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Libanon Reise

Letzte Woche bin ich für zwei Tage in den Libanon gereist, um Gespräche mit NGOs, Abgeordneten und Regierungsvertretern zu führen.

Im Juni 2023 bin ich in meiner Funktion als Berichterstatter für die den Nahen- und Mittleren Osten des Auswärtigen Ausschusses in den Libanon gereist, um Gespräche mit NGOs, Abgeordneten und Regierungsvertretern zu führen. Die Gespräche vor Ort sind wichtig, um die Chancen und Probleme des Landes besser nachvollziehen zu können. Organisiert wurde die Reise vom Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Beirut.

Der Libanon befindet sich in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Menschen leiden unter dem massiven Wertverlust der lokalen Währung, hoher Arbeitslosigkeit und den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen. Hinzu kommen mehr als 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge, deren Versorgung das Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern vor große Herausforderungen stellt. Der Libanon darf nicht aus dem außenpolitischen Blick geraten, denn die Stabilität des Landes in unmittelbarer europäischer Nachbarschaft hat auch direkte Auswirkungen auf uns.

Mit Vertretern der Stadt tauschte ich mich über die Feuerwehrpartnerschaft zwischen Berlin und Beirut aus. Von Kooperationen wie dieser profitieren beide Städte ungemein. Die verheerende Hafenexplosion 2020 hatte Beirut schwer getroffen. Der Wiederaufbau zerstörter Häuser ist weiterhin eine der Hauptaufgaben der Stadtverwaltung und stellt für die Bürger Beiruts eine große Herausforderung dar.

Ich hatte außerdem die Gelegenheit, junge Start-Ups zu besuchen und die innovative Szene im Libanon kennenzulernen. Theoretisch besitzt der Libanon unglaublich viel Potenzial, was allerdings durch Korruption und mangelnde Sicherheit gebremst wird. Dies führt leider zunehmend dazu, dass junge und gut ausgebildete Menschen das Land verlassen.

Auch ein Treffen mit Vertretern des Gemeinderats von Batloun im Chouf-Gebirge war möglich. Mich faszinierte die im Vergleich zu Beirut sehr unterschiedliche Mentalität und den hohen Grad an Selbstorganisation. Kommunen wie Batloun zeigen, wie viel Potenzial im Libanon steckt und dass Wandel auch unter den gegebenen Umständen möglich ist.

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